Home / Ratgeber / Testphase im Job: Die Probezeit

Testphase im Job: Die Probezeit

Die Studien- oder Ausbildungszeit polarisiert: Der eine hasst sie, der andere wünscht sich, sie würde nie zu Ende gehen. Fakt ist, für niemanden kann sie ewig dauern. Mit dem Einstieg ins Berufsleben kommen neue, spannende und herausfordernde Aufgaben. Wer die Hürden der Jobsuche, der Bewerbung und des Vorstellungsgesprächs erfolgreich überwunden hat, der freut sich natürlich erst mal über den neuen Job. Aber die Zeit der Prüfungen und des Sich-Beweisens ist noch lange nicht vorbei. Jetzt gilt es, die Probezeit zu überstehen.

Wozu eine Probezeit?

Egal, wie gut das Vorstellungsgespräch war: Ob es wirklich passt zwischen Betrieb und Mitarbeiter, zeigt sich erst im Berufsalltag. Das bedeutet für den Mitarbeiter, dass er in der Probezeit jederzeit ohne Angaben von Gründen kündigen kann. Es kann ja sein, dass im Vorstellungsgespräch falsche Erwartungen und Aufgaben vermittelt wurden und man sich einfach nicht wohl fühlt. Oder es passt von der Chemie her mit den Kollegen nicht. Anstatt weiter unglücklich im Job fest zu sitzen, ist es dann manchmal besser, zu gehen. Doch umgekehrt gilt das Gleiche: Ist Ihr Arbeitgeber der Meinung, Ihre Qualifikation reiche doch nicht aus oder Sie könnten sich nicht richtig integrieren, kann er Sie auch einfach direkt kündigen. Denn der Kündigungsschutz greift erst nach Ablauf der Probezeit.

Wie lange dauert die Probezeit?

Bedingungen und Dauer der Probezeiten müssen im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Sie dauert in der Regel zwischen drei und sechs Monaten. Es kann aber auch komplett auf sie verzichtet werden – dies geschieht oft in verantwortungshohen Positionen. Bei einer Berufsausbildung ist die Probezeit auf mindestens einen Monat und höchstens drei Monate befristet. Die Kündigungsfrist steigt mit der Zugehörigkeit zum Betrieb. Beträgt sie in der Probezeit in der Regel 14 Tage, sind es nach sechs Monaten dreißig Tage und nach zwei Jahren fünf Monate. Probezeiten verlängern sich nicht durch Krankheiten – Ihre Krankentage können also nicht auf die Probezeit aufgerechnet werden. Auch in der Probezeit gilt der Urlaubsanspruch, allerdings kann der Chef in der Probezeit eine Sperre für Urlaub verhängen. Diese ist dann im Arbeitsvertrag aufgeführt.

Wie die Probezeit überstehen?

Eigeninitiative ist immer gerne gesehen. Das bedeutet, selbst Vorschläge und Ideen zu bringen. Sie sollten natürlich nicht übertreiben und riskieren, als Besserwisser da zu stehen. Es heißt auch, die richtigen Fragen zu stellen – anstatt etwas falsch zu machen, weil man etwas nicht wusste und nicht nachgefragt hat. Aber auch, wer sich selbst helfen kann und sich Antworten zu bestimmten Fragen selbst gibt, punktet. Das funktioniert zum Beispiel bei Fragen zu Prorgrammen, die sich durch Recherche im Internet klären lassen können. Sich regelmäßig Rückmeldung zu seiner Arbeit geben zu lassen beugt rechtzeitig Probleme vor. Es ist außerdem sehr wichtig, über die hierarchischen Strukturen Bescheid zu wissen. Hier gilt: Aufmerksam sein!

Was kommt nach der Probezeit?

Probezeit überstanden? Dann wird darüber entschieden, ob nun ein befristeter oder unbefristeter Arbeitsvertrag aufgesetzt wird. Wurde zu Beginn der Probezeit ein befristeter Arbeitsvertrag aufgesetzt, wird dieser aufgelöst, wenn es zu einer Kündigung am Ende der Probezeit kommt. Gründe für eine Kündigung in der Probezeit sind unterschiedliche Vorstellungen über die Zusammenarbeit oder mangelnde Fachkenntnisse. Doch auch wer sich nicht integriert hat, wird oft gekündigt. Andersherum ist einer der Hauptgründe für Kündigungen von Arbeitnehmern ein schlechtes Betriebsklima.

Facebook