Home / Ratgeber / Endlich Urlaub! Aber wer kriegt eigentlich Urlaubsgeld?

Endlich Urlaub! Aber wer kriegt eigentlich Urlaubsgeld?

Eine paradiesische Vorstellung: Zusätzlich zum wohlverdienten Urlaub noch Extra-Geld zu bekommen, einfach so. Es gibt tatsächlich Menschen in Deutschland, denen das zusteht. Wann Sie dazugehören, erfahren Sie hier.

Wer bekommt Urlaubsgeld?

Nur etwa die Hälfte aller Beschäftigten bekommt Urlaubsgeld. Je nach Branche und Gehalt gibt es signifikante Unterschiede. Gutverdiener mit einem Gehalt zwischen fünf- und sechstausend Euro bekommen deutlich häufiger Urlaubsgeld als Geringverdiener. Und auch auf den Wohnort kommt es an: Genau wie bei Gehältern gibt es Unterschiede, was das Urlaubsgeld betrifft, je nach dem ob Sie im Osten oder im Westen leben. Im Osten bekommen 27 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld, im Westen knapp 20 Prozent mehr. Besonders in der Holz- und Kunststoffbranche erhalten Mitarbeiter Urlaubsgeld.

Gibt es Anspruch aufs Urlaubsgeld?

Leider nein. Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld. Es ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers. Ist diese im Tarif- oder Arbeitsvertrag festgelegt, muss sie ausgezahlt werden. Wenn der Arbeitgeber dreimal hintereinander Urlaubsgeld gezahlt hat, greift das Gewohnheitsrecht und er muss es weiterhin zahlen. Außerdem muss er alle seine Mitarbeiter gleich behandeln: Er darf nicht dem einen Mitarbeiter Urlaubsgeld auszahlen und einem anderen nicht. Minijobber haben genau so Anspruch auf Urlaubsgeld wie Vollzeitbeschäftigte.

Die Höhe des Urlaubsgeldes und der Zeitpunkt der Auszahlung

Die Höhe des Urlaubsgeldes im Vertrag individuell geregelt. Es ist abhängig von der Art und Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters – jemand, der Teilzeit arbeitet, erhält natürlich auch weniger Urlaubsgeld als jemand, der Vollzeit da ist. Häufig zahlen Arbeitgeber ein volles Monatsgehalt als Urlaubsgeld. Das kann aber stark variieren. Meist wird das Urlaubsgeld zu Beginn der Reisesaison ausgezahlt, also im Mai oder im Juni.

Kann der Arbeitgeber Urlaubsgeld zurückfordern?

Im Falle einer Kündigung kann der Arbeitgeber das Geld anteilig zurück fordern. Natürlich nur, wenn zu viel Urlaubsgeld ausgezahlt wurde, das noch nicht verbraucht ist. Das passiert meist automatisch über den Gehaltsscheck.

Alternative zum Urlaubsgeld?

Urlaubsgeld gilt als zusätzliches Einkommen und muss ganz normal versteuert werden. Neben der Einkommenssteuer fallen auch die Sozialabgaben an. Das ist der klare Nachteil des Urlaubsgeldes. Als Alternative bietet sich die sogenannte Erholungsbeihilfe an. Diese ist bis zu 156 Euro steuer- und sozialabgabenfrei. Für einen möglichen Ehepartner kommen 104 Euro dazu, für jedes Kind noch einmal 52 Euro. Eine vierköpfige Familie kann so auf eine Erholungsbeihilfe von 364 Euro kommen. Alternativ können als Urlaubsbeihilfe auch Gutscheine zur Verfügung gestellt werden. Tankstellen- oder Einkaufsgutscheine mit bis zu 44 Euro im Monat kann der Arbeitgeber steuerlich absetzen. So können Arbeitgeber den Urlaub der Mitarbeiter durch zusätzliche Zahlungen weiter fördern, ohne dabei die eigenen Ausgaben in die Höhe zu treiben.

 

Facebook